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Nachhaltigkeit zwischen Natur und Industrie beleben: Interview mit Dr. Jacqueline Bila, Bürgermeisterin der Stadt Sundern

Mitten im Sauerland, zwischen wertvollen Naturräumen und geschäftiger Industrie, arbeitet die Stadt Sundern daran, Nachhaltige Entwicklung zur Prämisse zu machen. Im Interview spricht Bürgermeisterin Dr. Jacqueline Bila über die Herausforderungen (insbesondere einer kleinen Kommune) vor Ort und wie das Sauerland sich insgesamt auf den Weg zur Zukunftsfähigkeit macht.

Frau Bürgermeisterin Dr. Bila, was läuft bereits gut in Sachen Nachhaltigkeit in Sundern?

Nachhaltige Entwicklung spielt in der Stadt Sundern bereits seit vielen Jahren eine Rolle in politischen Abwägungsprozessen. Auch wenn das Thema fest im Bewusstsein von Politik und Verwaltung verankert ist, stellt die konkrete Umsetzung für eine kleinere Kommune mit begrenzten personellen Ressourcen eine Herausforderung dar. Insbesondere die Entwicklung und Durchführung eigenständiger Projekte erfordert Kapazitäten, die im kommunalen Alltag nicht immer in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen.

Wie steht es insbesondere um den Klimaschutz?

Hier bringt Sundern günstige Voraussetzungen mit. Das Stadtgebiet ist stark von Wald geprägt und verfügt über keine eigene Autobahn, wodurch die Emissionen aus dem Straßenverkehr vergleichsweise gering ausfallen. Diese Rahmenbedingungen eröffnen ein großes Potenzial für Maßnahmen des natürlichen Klimaschutzes. Dem gegenüber steht jedoch ein hoher Energieverbrauch der ansässigen Industrie. Die historisch gewachsenen Gewerke in Sundern gehören insbesondere der metall- und papierverarbeitenden Industrie an. Diese Zweige sind besonders energieintensiv und somit auch ein großer Verursacher von Treibhausgasen.

Welche spezifischen Herausforderungen gibt es, mit Blick auf die Themen einer Nachhaltigen Entwicklung, vor Ort?

Eine zentrale Herausforderung liegt in der Reduktion von Treibhausgasemissionen. Diese Aufgabe ist an Standorten mit energieintensiven Industrien und zugleich in ländlich geprägten Räumen besonders herausfordernd. Beide Charakteristika treffen voll auf Sundern zu und verdeutlichen, dass Klimaschutz hier in Prozesse langfristiger Entwicklung integriert werden muss, um etwas zu bewirken.

Der Sorpesee in Sundern | Foto: Stadt Sundern

Die Zielorientierung des Nachhaltigkeitsmanagements in Sundern ist noch recht jung. Was hat den Auslöser dafür gegeben?

Das Nachhaltigkeitsmanagement der Stadt befindet sich insgesamt noch in der Anfangsphase. Den entscheidenden Impuls zur stärkeren Zielorientierung lieferten die positiven Erfahrungen benachbarter Kommunen, die bereits konkrete Schritte in Richtung Nachhaltigkeit gegangen sind. Diese Beispiele haben gezeigt, dass kommunales Engagement Wirkung entfalten kann, und haben den Anreiz gegeben, ähnliche Wege auch in Sundern einzuschlagen.

Wie nehmen Sie allgemein das Nachhaltigkeitsengagement im Sauerland, der Region rund um Sundern, wahr?

Insgesamt wird hier das Nachhaltigkeitsengagement als vielversprechend wahrgenommen. Die großen Stärken liegen in den bislang nicht vollständig ausgeschöpften Potenzialen des wertvollen Naturraums. Die internationale Bekanntheit des Mittelgebirges trägt dazu bei, dass insbesondere der Tourismus, aber auch andere Branchen, Nachhaltigkeit zunehmend als zentrales Zukunftsthema interpretieren. Gleichzeitig werden die Auswirkungen des Klimawandels in der Region sehr unmittelbar erfahrbar. Die Borkenkäferplage der vergangenen Jahre hat eindrücklich vor Augen geführt, wie verletzlich die heimischen Wälder sind und wie dringend Handlungsbedarf besteht.

Die für das Sauerland sehr bedeutsame Energiegewinnung durch Windräder im Forst stellt gleichermaßen Chance und Risiko für die Entwicklung ländlicher Räume dar. Diesbezüglich sind wir in Sundern schon sehr gut aufgestellt und können sicherstellen, dass der öffentliche Haushalt - und somit schließlich die Bürger und Bürgerinnen - von den Erträgen aus der Windenergie profitieren können.

Die Stadt Sundern ist seit Kurzem Mitglied bei der LAG 21 NRW – welche Erwartungen sind damit verknüpft?

Mit der Mitgliedschaft verbindet die Stadt den Wunsch, Teil eines starken Netzwerks zu werden und gemeinsam mit anderen Kommunen Projekte anzustoßen, die nachhaltige Veränderungen bewirken. Durch Kooperation, Erfahrungsaustausch und gemeinsame Initiativen möchten wir einen aktiven Beitrag zu einer zukunftsfähigen Entwicklung zu leisten. Wir freuen uns auf die gemeinsamen Projekte der Zukunft!

Mehr über Sundern hier: sundern.de

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