Level Up: Zweite Sitzung des Fachforums „KI & Nachhaltigkeit“
Unser zivilgesellschaftliches Fachforum mit Fokus auf nachhaltige und gemeinwohlorientierte KI-Nutzung hat in der zweiten Sitzung über mögliche Leitlinien, Qualifizierungsprogramme und Handlungsempfehlungen diskutiert. Ein Einblick.
Was braucht Zivilgesellschaft, um kompetent mit Künstlicher Intelligenz zu arbeiten - und gleichzeitig im Diskurs um die KI-Nutzung eine richtungsgebende Stimme zu werden? Das Fachforum "KI & Nachhaltigkeit", welches im Rahmen des Projekts KINE einberufen wurde, sucht Antworten auf diese Fragen.
Nach der ersten Sitzung, in der die beteiligten Organisationen eine gemeinsame Wissensgrundlage schufen, standen nun konkrete Schritte auf der Agenda: Diskutiert wurde über die Ausarbeitung eines Qualifizierungsprogramms für zivilgesellschaftliche Organisationen sowie über Richtlinien, die sich Organisationen setzen können, um die interne KI-Nutzung geregelt und gemeinwohlorientiert zu gestalten.
Kompetenzen im Mittelpunkt
Das Ziel des geplanten hybriden Lehrgangs besteht darin, zivilgesellschaftliche Organisationen in NRW dabei zu unterstützen, künstliche Intelligenz verantwortungsvoll, reflektiert und praxisnah in ihre Arbeit zu integrieren. Zahlreiche Studien – unter anderem von ZiviZ – zeigen, dass gezielter Kompetenz- und Wissensaufbau eine zentrale Voraussetzung ist, um Nichtregierungsorganisationen im sicheren und wirksamen Umgang mit KI zu stärken.
In der Sitzung wurde intensiv über die inhaltliche Ausrichtung, den strukturellen Aufbau und die Anforderungen des Lehrgangs diskutiert. Vorgesehen sind fünf digitale Lerneinheiten auf einer Lernplattform, die durch fünf Workshops ergänzt werden. In beiden Formaten wird bewusst auf praktische Anwendungsbeispiele, niedrigschwellige Übungen und einen hohen Transferanteil gesetzt. Gleichzeitig sollen die Materialien so aufbereitet werden, dass sie langfristig skalierbar sind und dauerhaft als Lernressource genutzt werden können.
Aufbruch in die Erarbeitung von KI‑Richtlinien
Ein besonderer Höhepunkt der Sitzung war der Beitrag von Ulrich Berger vom D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Er stellte den „Code of Conduct Demokratische KI” vor und brachte mit einer zentralen Aussage die Stimmung im Raum prägnant auf den Punkt: „Die Unterzeichnung des Code of Conduct bildet einen guten Startpunkt für NGOs, um sich intern mit der Nutzung von KI auseinanderzusetzen.”
Dieser Impuls eröffnete eine strategische Diskussion darüber, wie Leitlinien gestaltet sein müssen, um sowohl großen als auch kleineren Vereinen Orientierung zu bieten. Gemeinsam wurde erörtert, welche Konkretisierungen zivilgesellschaftliche Organisationen in NRW benötigen, um KI verantwortungsvoll und gemeinwohlorientiert einsetzen zu können, und wie sich Prinzipien wie ethische Reflexion, Transparenz, Sicherheit und Nachhaltigkeit in praktische Handlungsmodelle übersetzen lassen.
Die Gruppe war sich einig: Es braucht praxisorientierte, gut anschlussfähige Empfehlungen, die sich in den realen Arbeitsalltag von NGOs integrieren lassen – idealerweise aufbauend auf bestehenden Rahmenwerken wie dem „Code of Conduct“.
Ausblick: Lehrgang, KI‑Fahrpläne und Richtlinien
In den kommenden Monaten werden im KINE‑Projekt drei zentrale Bausteine weiterentwickelt:
- Ein hybrider Qualifizierungslehrgang zur Stärkung der KI‑Kompetenzen
- Interne KI‑Fahrpläne für die Mitglieder des Fachforums
- Externe Handlungsempfehlungen / Richtlinien für eine verantwortungsvolle KI‑Nutzung in der Zivilgesellschaft in NRW
Das Fachforum begleitet und prägt diese Entwicklungen kontinuierlich weiter.
Gefördert wird das Projekt durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen sowie durch eine Spende der KD-Bank-Stiftung, die KINE als eines von vier Leuchtturmprojekten für 2025 unterstützt.
Hintergründe und stets aktuelle News zu KINE finden sich auf der Projektseite.
